Stolperfallen im BI-Projekt – eine Not-To-Do-List

Das Internet macht’s messbar – und das ist Freud und Leid zugleich. Erhält der eCommercler per Klick für jeden Kleinst-Vorgang die entsprechenden Kennzahlen, so ist es ihm ein Leichtes, innerhalb kurzer Zeit eine große Menge an wertvollem Datenmaterial zusammenzutragen. Top. Die Kehrseite: Er hat es genauso leicht, sich im dichten Wald der Kennzahlen ganz schnell zu verlieren oder sich vor lauter Unübersichtlichkeit zu einer meist kontraproduktiven einseitigen Betrachtung der Situation verleiten zu lassen. Flop.

Um diese Gratwanderung erfolgreich zu meistern, kann sich in einem ersten Schritt schon eine Handvoll Tipps als überaus wertvoll erweisen: fünf fiese Fallen in Ihrem BI-Projekt – fünf Wege, sie zu vermeiden.

Falle 1:  Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

  • Die Gefahr: Ob beansprucht durch die eCommerce-Startphase oder beschäftigt mit unterwartet schnellem Wachstum – es kann immer wieder passieren, dass andere Aufgaben gerade wichtiger scheinen als das Sammeln von Daten. Schnell wird dieses Thema in solchen Phasen als vermeidbarer Ballast empfunden. Doch Achtung! Hier kann Ihnen wichtiges Material für immer verloren gehen.
  • Der Weg: Haben Sie keine Scheu vor der großen Datensammlung! Auch wenn Sie die gesammelten Informationen aktuell nicht verwerten können – später sind Sie unter Umständen Gold wert.

Falle 2:  Hauptsache vorwärts!

  • Die Gefahr: Das Endziel ist bekannt – Umsatzsteigerung. Doch aus diesem Ziel ist kein strategisch klarer Weg ableitbar. Schnell sitzt man in der Falle des Wir-sind-einfach-mal-drauf-los-gegangen-und-haben-uns-dabei-leider-furchtbar-verzettelt.
  • Der Weg: Klare Ziele. Klein- und großschrittig, kurz- und langfristig. Hinsichtlich welcher Größe wollen wir wann wo sein? Wo sitzt das Optimierungspotential und bis wohin ist das Ausschöpfen desselben in einem ersten Schritt realistisch? Eine gezielte Schritt-für-Schritt-Methode ist strategisch plan- und umsetzbar.

Falle 3:  Name ist Schall und Rauch

  • Die Gefahr: Ein fahrlässiger Umgang mit Begrifflichkeiten schleicht sich schnell ein. Kein Wunder: Unterschiedliche Menschen arbeiten in unterschiedlichen Abteilungen mit unterschiedlichen Tools an unterschiedlichen Problemen. Das erschwert die Kommunikation und damit auch ein gezieltes Arbeiten an der Optimierung von Kennzahlen.
  • Der Weg: Gerade für die Arbeit mit großen Mengen gesammelter Daten lohnt es sich, Zeit zu investieren in klare Begriffsdefinitionen. Was konkret bedeutet „Umsatz“ (Brutto-, Netto-, Liefer-, Versand-, Retourenumsatz…) für uns? Wann ist ein Kunde ein Neu-, wann ein Bestandskunde? Was verstehen wir unter „Retourenquote“ (kalendarisch, historisch…)? Eine klare und einheitliche Begriffsverwendung wirkt Wunder für Ihr Controlling.

Falle 4:  Pars pro toto

  • Die Gefahr: Traffic x Conversion Rate x Ø-Warenkorbwert = Umsatz, also drehen wir mal am Traffic-Knopf. Schnell stellt sich jetzt der Effekt ein, dass die Conversion Rate in den Keller rutscht, und schon lassen Umsatz und Effizienz zu wünschen übrig.
  • Der Weg: Ganzheitliche Betrachtung. Nur hier liegt der Schlüssel zu langfristigem Erfolg, denn jede Kennzahl ist immer eingefügt in ein komplexes Kennzahlensystem, das nur in seinen ganzheitlichen Mechanismen erfolgreich und nachhaltig gesteuert werden kann.

Falle 5:  Der erste Eindruck zählt

  • Die Gefahr: Manchmal scheint die Lösung so nah – doch auch die Analyse verbesserungswürdiger Kennzahlen lässt Trugschlüsse zu.
  • Der Weg: Zuweilen kann erst eine wirklich eingehende Betrachtung die Problemstelle offenlegen. Nehmen Sie sich die erforderliche Zeit und seien Sie sich Ihres Analyseergebnisses dafür sicher!

Fünf verbreitete Fallen – fünf Wege, sie zu vermeiden. Oft reicht schon das Bewusstsein für Gefahrenpotentiale, um diese erfolgreich zu umschiffen.

In diesem Sinne – bleiben Sie sauber!

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Anne Golombek

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